06
Jul
09

Gods fighting

Gods Fighting Nr 1Gods Fighting Nr 2Gods Fighting Nr 3Gods Fighting Nr 4Gods Fighting Nr 5

04
Jul
09

Alles klar…

Also. Hier endlich eine neue Nachricht für alle, die noch darauf warten.

Dieser Artikel hat keinen besonderen Zweck, sondern ist einfach mal so dahin geschrieben, denn eigentlich sollte ich jetzt anfangen und die hundert Briefe an alle unsere Jungs schreiben. Abschiedsbriefe…
Im Moment sitze ich wie gewöhnlich am Samstagnachmittag in Barista, unserem Stammcafé, und schreibe. Normalerweise schreibe ich in meinem Tagebuch herum, aber heute muss das wohl leider noch warten.
Neben mir liegt „The Times of India“, eine der besten Nationalzeitungen, die man hier bekommen kann mit vielen bunten Bildern, wenig Text, der wegen der vielen Abkürzungen so schwer zu verstehen ist, dass ich es vorübergehend aufgegeben habe, das Weltgeschehen verfolgen zu wollen.
Was hier ankommt: Da passiert irgendetwas in Nordkorea, es gab einen Waffentest, Michael Jackson ist tot, „New Harry Potter Movie“, ich zitiere, „is all about sex, drugs, Rock’n'Roll, says director“ (mit Verweis auf Seite 10, wo sehr versteckt ein kurzer Artikel zu finden ist, der hauptsächlich aus der dreimaligen Wiederholung der Zeile „sex, drugs and Rock’n'Roll“ besteht), die Regierung hat homosexuellen Geschlechtsverkehr legalisiert (ich war so mutig und musste mich auf eine Diskussion mit Father Lester darüber einlassen), ach so, und Angelina Jolie will ins Weiße Haus. Das sind so die Meldungen der Woche. Gibt es noch etwas Spannendes zu wissen?
Oh, Moment, das hatte ich vergessen – der Monsun ist verspätet, weil?
Ha, El Nino! Aber irgendwie fanden das alle anderen im Haus weniger spannend als ich und alles, was lamentiert wurde, war: „Oh, when is that rain coming! It’s so hot here, really!“
Na ja, das Leben geht weiter, zumindest für uns.
Allerdings war Father Lester veranlasst, als eine seiner ersten Amtshandlungen als Administrator das Washing einzuschränken, sodass die Jungs jetzt nur noch zweimal die Woche in den Baderäumen waschen dürfen. Statt täglich.
Und noch hoffen alle, dass die großen wirtschaftlichen Einbrüche im Agarsektor ausbleiben. Und noch verheißen die wissenschaftliche Institute genug Regen für Stabilität. Aber wer weiß das schon.
Vor einer Woche noch haben alle jubiliert, als der Regen endlich im südlicheren Mumbai ankam, aber der Sturm ist vorbei und die Trockenheit zurück.
Was gibt es noch Neues?
Father Roger, der jetzt ehemalige Direktor dieses Projekts bekam Ostern in letzter Minute den Anruf, dass er doch nach Mumbai versetzt werden würde und wir hatten hier anderthalb Monate bangen, was dann aus dem Shelter hier werden würde… Er hatte ihn aufgebaut, er hatte hier alles überhaupt erst ins Rollen gebracht und war wie ein Vater für die Kleinen. Die Jungs selber haben es dann erst in allerletzter Minute erfahren, dass wir nicht für irgendein Programm Tanzen und Singen üben, sondern für Fathers Farewell. Aber es lief doch alles glatter ab, als wir es erwartet hatten und die beiden neuen Fathers (Father Steve als Direktor und Father Lester als Administrator) geben diesem Platz hier ein neues Bild eines anderen Zuhauses.
Ein neues Programm, dass noch unter Father Roger auf die Beine gestellt wurde, ist die intensive Nachhilfe, die jetzt in der einstigen Hausaufgabenzeit von 6 Uhr abends bis 7.15 Uhr gegeben wird. Hausaufgaben sind jetzt von 2 Uhr bis 3.15 Uhr dran.
Da es sich um eine absehbare Zeit bis zu unserer Abreise handelte und ich schon vorher entdeckt hatte, wie sehr es mir Spaß macht, den Jungs mit Händen und Füßen etwas zu erklären und kleine Unterrichtsstunden vorzubereiten, habe ich mich natürlich auch freiwillig gemeldet und habe just die Gruppe der Rabauken bekommen, die aus jeder anderen Klasse herausfallen. Mathe soll ich ihnen beibringen.
Was für Mathe? Das musste ich selber herausfinden und deshalb vergingen die ersten drei Tage auch erst einmal damit, die Jungs entweder zu über- oder unterfordern und schließlich zu herauszufinden, was eigentlich das Problem ist.
Nr. 1: Es gibt hier drei Nummernsets – „English“, Hindi und Gujarati. Und die Jungs schreiben alles durcheinander. Also lernen sie jetzt, vorerst nur in Hindinummern zu schreiben, denn die stehen in ihren Lehrbüchern.
Nr. 2: Zählen von 1 bis sonstwohin können wir ja, aber bitte nur vorwärts.
Nr. 3: Eigentlich bräuchte jeder von den sieben Kleinen und Großen jemanden nur für sich alleine.
Dementsprechend gibt es immer mal das eine oder andere Drama in der Klasse. Gestern erst wollte irgendwie keiner mehr irgendetwas machen und an anderen Tagen wollen sie so schnell so viel, dass Father danach meinte: „So oft ich den Ruf Didi! gehört habe, hätten da unten mindestens 20 Didis sein müssen.“
Das süßeste war ja noch Sonu, der sagte, als es wieder mal einen Hagel von Hilferufen gab und ich nur so schnell wie möglich von einer Bank zur anderen hüpfen konnte: „Didi! Laloo itne pyar se bulaya letin aap sunna nahi!“ (Didi, Laloo ruft dich so lieb, aber du hörst ihn einfach nit.)

Was noch?
Zur Hobbyclass gibt es jetzt neben Annes Dance Class Wassermalfarben und Buntstifte für die einen und Origami für die anderen. Das scheint ihnen auch richtig Spaß zu machen, auch wenn es manchmal schon am Falten eines quadratischen Papiers entlang seiner Diagonale scheitert, aber gestern erst hatten es doch alle auf Anhieb hinbekommen. Da hat es auch richtig Spaß gemacht, vorallem weil am Anfang der Stunde tatsächlich einmal für 20 Minuten magische Ruhe herrschte, aber dann war der Bann gebrochen und der Rest verging wieder einmal in chaotischem Schreien nach diesem und jenem.

Okay, das soll es für heute auch erst einmal gewesen sein. Die Briefe warten.

Bis dann mal wieder,
Phalansie

29
Jun
09

Klopf, klopf!

Good Evening, Baroda!

Ja, ich bin noch da, auch wenn ich lange nichts von mir hab hören lassen.
Leider kann ich heute auch noch nicht mit einem großen neuen Bang!-Artikel aufwarten, aber ich arbeite daran.
Die Zeit rennt hier und das Internet schleicht so vor sich hin…
Aber uns geht es gut, auch wenn der Mumps immer noch die Runde unter den Jungs macht. Dazu kommen ganz fiese eitrige Hitzepickel, da der Regen immer noch auf sich warten lässt – aber dazu später mehr.
Die neuen Dons, Father Steve und Father Lester, sind hier auch schon seit ca. einem Monat am Werk und, ja, es läuft super…

Bis sehr, sehr bald,
die „Phalansie“

04
Apr
09

Thank you!

An alle, die mit an der coolen Aktion am 31. März im Georg-Cantor-Gymnasium beteiligt waren:

Das war wirklich eine tolle Überraschung!

04
Apr
09

Neues vom Mond…

Für alle, die gerne neue Fotos sehen: FOTOS!

04
Apr
09

Da war doch was… HOLI!

Ist zwar schon lange vorbei, aber macht nichts: Vor ein paar Wochen war hier HOLI!!
Leider konnte nur die Hälfte der Jungs mitmachen beim Farben-Um-Sich-Werfen, denn die andere Hälfte lag mit Mumps oder irgendeinem Grippefieber im zum Krankenzimmer umfunktionierten Schlafsaal.
Abgesehen davon hat es allen natürlich unheimlich Spaß gemacht und man konnte keine fünf Schritte gehen, ohne nicht schon wieder Farbe in Mund und Augen zu haben, aber dafür gab es ja Hitesh, der dann gleich mit dem Wasserschlauch da stand…
14
Mrz
09

Happy Barday!!

02
Mrz
09

Rosenmontag zu Shivratri

Letzten Montag, pünktlich zum Rosenmontag, feierten wir Karneval. Da glücklicherweise auch das Hindu-Fest Shivratri genau auf diesen Tag fiel, war für alle Jungs frei, den ganzen Tag.
Zu den Bildern geht es hier.
28
Feb
09

Einmal Goa und zurück

Lange nach unserem Goa-Urlaub soll jetzt auch einmal ein kleiner Bericht hier erscheinen.
Viele Bilder gibt es leider nicht – der Fotoapparat wollte auch mal Ferien haben;-)

Unsere kleine Reise begann leider schon gleich im Zug mit etwas Traurigem:

Erst meinten wir in einem der kleinen Bettler, die durch das Abteil krochen, einen kleinen Jungen zu erkennen, der schon lange nicht mehr in Snehalaya gewesen war, dann sahen wir einen von ihnen im Don-Bosco-Shirt herumlaufen und schließlich fanden wir Gopi – nein, eigentlich fand er uns.
Aber war er nicht gerade noch in Snehalaya gewesen? Nur unwillig und mit abgelenktem Blick antwortet er auf unsere Fragen: Er würde jetzt bei seiner Familie wohnen in Surat, sein Vater hätte ihn abgeholt. Was er hier im Zug mit einem Stapel Hindi-Comics mache? Nach Valsad fahren. Dort warte ein Freund auf ihn. Und danach? Zurück nach Surat und dananach nach Anand und wieder zurück.
Lange saß er da zwischen uns, manchmal versuchten wir, ihn zu überzeugen, wieder zurückzukommen, manchmal sagten wir gar nichts und Gopis Augen wanderten durch das Abteil, immer an unseren Blicken vorbei. Ihm war nicht wohl hier bei uns, die wir besorgt um ihn waren, aber weg wollte er auch nicht. Die schwere Tasche mit den Comics, die er verkaufen sollte, hatte er abgestellt und wartete. Worauf?

Erst als wir in Valsad einfuhren, verabschiedete er sich, ließ sich unter Protest noch ein paar Kitkat zustecken und verschwand mit dem Versprechen zu Karneval wieder in Snehalaya zu sein. Seitdem haben wir ihn nicht wieder gesehen.
So viel also zum Homeplacement – die Familie holt sich die Kinder zurück, um sie arbeiten zu lassen in Bahnhöfen, in Zügen, auf der Straße.

Der Rest unserer Zugfahrt verging nun in Schweigen. Morgens trafen wir in Margao ein, fragten uns durch bis zum Bus, der uns nach Panjim bringen sollte und saßen bald gedankenverloren in dem Vehikel und schauten auf die vorbeiziehende Landschaft, die mich einmal mehr an Portugal erinnerte. Es war alles so viel einladender als in Gujarat. Die Leute waren mit sich selber und ihrer Arbeit beschäftigt, den beiden jungen Touristen half man gern, aber um sie lange anzustarren, hatte keiner die Nerven. Freiheit winkte uns.
Gujarat ist ein schönes Land voll von Tradition und familiärer Gastfreundschaft, die schnell auch in sorgevolle Bevormundung umschlägt, aber nun tat es gut, ein bisschen Europa zu spüren, das von den vielen Reisenden nach Goa gebracht wurde…

In der Don Bosco High School in Panjim erwarteten uns Father Willy und Father Jose, die uns die nächsten Tage noch viele kleine Ratschläge geben konnten und dank Father Jose genaßen wir auch bald den Luxus eines gemieteten Scooters. In Snehalaya hatte mir Kanti kurz gezeigt, wo Gas und Bremse ist – ähm… also konnte es los gehen;-)

Nachdem ich auf der ersten Kreuzung auch feststellen durfte, was der Unterschied zwischen Links- und Rechtsverkehr ist („It’s okay madam, no problem“) und ein paar Mal mitbekommen hatte, wie das mit dem längerem Bremsweg funktioniert, bekam ich es am Ende doch ganz gut hin…
Dieses fahrende Vehikel brachte nun auch mit sich, dass wir Montag nach langem Mäandrieren durch kleine Dörfchen Richtung Norden endlich Arambol fanden – das ehemalige Hippieparadies.

Schön wie es war, mit seinen vergleichsweise leeren Stränden, europäischen Reisenden und gemütlichen Cafés, beschlossen wir, nicht wie geplant nach vier Tagen Richtung Süden in ein weiteres behütetes Don Bosco Haus in Benaulim zu ziehen, sondern nach Norden in diesen kleinen Limbo irgendwo zwischen Indien und der Welt, aus der wir gekommen waren.

Dort verbrachten wir die Tage im Dreamland Café mit ein paar anderen Gestrandeten und viel Musik oder am Meer, die Nächte auf mehr oder weniger geglückten Parties und die frühen Morgen in einer kleinen Strohhütte auf dem Dach der Piya Pension.

Am Ende taten auch wir es den anderen gleich und verschoben den Tag unserer Abreise aus dem Plätzchen soweit nach hinten, wie es die Umstände erlaubten. Und schließlich war es großes Glück, dass unsere etwas heikle Rückfahrtsplanung doch funktionierte und wir am nächsten Montagmittag den Zug zurück nach Baroda erreichten.

Äh, ja – und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute…

23
Feb
09

Slumdog räumt ab mit acht Oscars!!

Der Film Slumdog Millionaire hat ganze acht Oscars bekommen!
Allen, die sich für den Alltag der Straßenkinder in Indien interessieren, kann ich den Film nur empfehlen.
Mehr bei Tagesschau.de




Follow

Get every new post delivered to your Inbox.